DJK-Weichtungen - Chronik

 

Chronik der DJK Weichtungen

Alles begann im Jahr 1965

„Nachdem von vielen jungen Sportbegeisterten der Wunsch nach einem Fußballverein in unserem Dorf geäußert wurde, ist eine Zusammenkunft im Gasthaus Roth vereinbart worden….“

Mit diesen Worden, niedergeschrieben am 18. April 1965, beginnt die Chronik und somit die Geschichte des Sportvereins der DJK Weichtungen.

Natürlich gab es auch schon vor diesem „historischen Datum“ junge Männer in Weichtungen, denen es in den Beinen kribbelte, wenn sie das Reizwort Fußball hörten. Aber nach dem Krieg und in den Jahren danach fehlte das nötige Kleingeld für die wichtigsten Utensilien, die man zum Fußballspielen nun einmal braucht. Selbst an einen Fußball zu gelangen war nahezu unmöglich. Von Fußballstiefeln ganz zu schweigen.

Nun ging also am 18. April 1965 endlich ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung, die Gründung eines Fußballvereins. Noch am gleichen Abend hob man das „Kind“ aus der Taufe und gab ihm den Namen DJK Weichtungen. Für das Taufkleid hatte man übrigens die Farben grün/weiß gewählt.

Da es keinen Verein ohne Verantwortliche geben kann, wurde noch am gleichen Abend eine vorläufige Vorstandschaft durch „Handaufheben“ gewählt.
Die Vereinsführung übernahmen:

Als 1. Vorstand: Herr Albrecht Kilian

Als 2. Vorstand: Herr Leo Ziegler

Als Schriftführer: Herr Ewald Herbert

Als Kassier: Herr Roth Hermann (Hausnr. 58)

Leider wurden im Protokoll weder die Anzahl der Teilnehmer noch deren Namen festgehalten. Unabhängig von der Anwesenheit in der Gründungsversammlung, können die Gründungsmitglieder dem zu Folge nur nach dem Eintrag im Mitgliederbuch nachgewiesen werden.

 „Gründungsmitglieder sind somit, alle Mitglieder welche zum 18.04.1965, laut Eintrag im Mitgliederbuch dem Verein beigetreten sind.“

Es waren 29 Gründungsmitglieder von denen bis heute 11 dem Verein die Treue gehalten haben. Diese zu Ehren ist sicher ein Akt der Anerkennung und Wertschätzung.

Die Aufnahmegebühr zur damaligen Zeit betrug 50 Pfennig, der Monatsbeitrag 1 Deutsche Mark.

Am 16. Mai 1965, vier Wochen nach der offiziellen Vereinsgründung wurde die erste Generalversammlung einberufen. Im Protokoll ist festgehalten, dass sämtliche Mitglieder und noch einige Sportinteressierte erschienen sind. Leider gibt es zu dieser Versammlung wiederum keine Anwesenheitsliste. Namentlich niedergeschrieben wurden lediglich die Gäste.

Diese waren:

Herr geistlicher Beirat Pfarrer Braum

Der 1. Kreisvorsitzender der DJK, Herr Griebel aus Schönau

Der 2. Kreisvorsitzender der DJK, Herr Kisstner aus Salz

Nach den Ansprachen der geladenen Gäste wurde eine erste geheime Wahl der Vorstandschaft durch den 1. und 2. Kreisvorsitzenden durchgeführt. Bestätigt wurde die in der Gründungsversammlung durch Handzeichen gewählte Vorstandschaft.

Abschließend wurde noch bekanntgegeben, dass der Sportplatz erweitert werden soll. Mit der Erweiterung wurde bereits die Fa. Heil aus Bad Kissingen beauftragt. Über den Umfang der Erweiterung und deren Finanzierung ist nichts nachzulesen.

Nach Aussagen von Zeitzeugen wurde der Platz von dem aus Weichtungen stammenden und nach Poppenlauer verheiratete Ägid Gessner geschoben.

Im Frühjahr 1966 wurde beschlossen, ab Herbst an den Verbandsspielen teilzunehmen. Um für den Kampf um Punkte gewappnet zu sein, trainierten die „Kicker“ eifrig Kondition und balltechnische Fertigkeiten auf dem “Alten Sportplatz“. Die Verbandsspiele selbst trug man in der ersten Zeit auf einer Wiese direkt neben dem „Weidigsgraben“ unterhalb des „Steebruchs“ (offiziell: Kirchberg) aus.

Auch wenn es in den ersten Jahren kaum Siege gab, eine einstellige Niederlage war bereits wie ein „Sieg“, blieb die Begeisterung am Fußball erhalten. An dieser Stelle sei deshalb vermerkt, dass der Fußballspielbetrieb ohne jede Unterbrechung bis heute abgehalten wurde. Dies wurde in keiner anderen Sparte des Vereins nochmals erreicht. 

Inzwischen bemühten sich Vorstandschaft und Mitglieder, den neuen Sportplatz fertigzustellen. In den Aufzeichnungen des Protokollbuches finden sich dazu immer wieder Hinweise, wie „man sich weiter um die Fertigstellung des Sportplatzes bemühe“ oder: „… die Arbeiten am Sportplatz fortzusetzen, um denselben im Frühjahr besäen zu können“ …. „infolge Manöverschäden der neue Sportplatz nicht bespielbar ist“.

 „Manöverschäden! Für die ältere Generation sicher kein besonderes Ereignis! Für die junge Generation sicher vollkommen unverständlich. Kennt man doch selbst die Wiedervereinigung nur aus den Geschichtsbüchern. Wie sollte man da eine Vorstellung über Manöverschäden haben. Das war im Jahr 1967. Im gleichen Jahr, und zwar im Herbst 1967, nahm erstmals die Jugendmannschaft an den Verbandspielen teil. Das Jahr 1967 war auch das Jahr der Neuwahlen. In der Generalversammlung vom 29. Januar wurde Herr Reinhold Dietz zum neuen
1. Vorstand gewählt, dessen Amtszeit bis 1975 andauern sollte.

Bei einem Werbevortrag in Wermerichshausen 1968 hatte man versucht, die dünne Spielerdecke der Jugendmannschaft zu verstärken. Der erhoffte Erfolg kam jedoch nicht.

Blättert man in den Annalen weiter, so ist der Sportplatz in fast allen Sitzungen und Versammlungen Thema Nummer eins. So z. B. als die Mehrheit der Mitglieder am 05. Januar 1968 beschloss, den von der DJK erbauten Sportplatz für 99 Jahre von der Gemeinde  Weichtungen zu pachten. Wie sich später noch zeigen wird, lief dies jedoch anders.

Am 10. und 11. August 1968 stand das erste Fest in der noch jungen Geschichte des Vereins auf dem Programm: Sportplatzeinweihung und Bannerweihe“. Ein Fest mit hochkarätigen Gästen. Schirmherr war Dr. Hans Weiß, ehem. OB von Bad Kissingen und Präsident des Bayerischen Senats in München. Selbstverständlich sah man auch noch andere prominente Gäste u. a. Herr Menth, Diözesangeschäftsführer, Herr Vogt, Vorsitzender vom Patenverein der DJK Schweinfurt (Patenverein), Oberregierungsrat Dr. Göbig und den Bürgermeister Rudolf Gessner. Die Weihe des DJK Banners erfolgte durch Herrn Pfarrer Fleischmann, ein gebürtiger Weichtunger. Die Weihe des Sportplatzes durch Herrn Pfarrer Braum.

Attraktion war u. a.  der Absprung von 3 Fallschirmspringern und der Überflug vom Busunternehmer Franz Metz mit seinem Sportflugzeug.

Der heute zwar schon traditionelle, aber stets beliebte Altennachmittag an einem Sonntag im Advent wurde 1969 ins Leben gerufen. Nur einmal fand dieser in den vergangenen 41 Jahren nicht an einem Sonntag statt, sondern erst tags darauf. Das war am 11. Dezember 1977; denn an diesem Sonntag, es war der 3. Advent, „ Kaum hatte  die Mittagsstunde geschlagen“, so berichteten am Montag die Zeitungen, „als Anwohner im Neubauviertel entsetzt aufschrien: „Im Dorf brennt es lichterloh …..“

Nach diesem kurzen Abstecher wieder zurück ins Jahr 1970. Erinnern Sie sich noch an die Elferratssitzung des Patenvereins aus Schweinfurt am 24.01.1970? Oder wissen Sie noch, dass in diesem Jahr (09.01.71) eine Tischtennisplatte angeschafft wurde, damit sich „die Jugend“ auch auf anderem Gebiet sportlich betätigen kann?

Bevor noch einmal das Thema „Sportplatz“ angesprochen wird, soll nicht vergessen werden, dass sich die DJK am 17.05.1972 als „e.V.“ (eingetragener Verein) aktenkundig machen ließ.

Am 27.12.1972 beschloß die Vorstandschaft des Vereins zusammen mit dem Gemeinderat von Weichtungen: ….. „Die Gemeinde verkauft den Sportplatz mit angrenzendem Gelände zur evtl. Vergrößerung des Sportplatzes und Errichtung weiterer Sportanlagen mit einer Gesamtfläche von 1,70 ha zum Preis von DM 1.500. Ferner verpflichtet sich die DJK, der Schuljugend das Sportgelände bei Bedarf kostenlos zur Verfügung zu stellen…“ Der ergänzende Eintrag im Protokoll muss allen Mitgliedern wie himmlische Musik geklungen haben, denn da liest man: „Aus Anlass des Sportplatzkaufes erhält der DJK-Sportverein von der Gemeinde Weichtungen eine einmalige Spende in Höhe von DM 1.500….“ Waren das noch Zeiten.

Anno 1973 begann man mit der Planung einer Flutlichtanlage, die von Mitgliedern in „sechshundertfünfeinhalb (605 1/2) freiwilligen Arbeitsstunden bis zur Inbetriebnahme 1975 errichtet wurde.

Das in vielen aktiven wie passiven Mitgliedern der DJK außer sportlichen Fähigkeiten auch humoristische schlummer(te)n, zeigten sie 1974 zum ersten Mal im Fasching. Mit einem „Bunten Abend“ bot man ein dreistündiges Nonstop Programm der Narretei und des Frohsinns. Aus den Anfängen dieser Bunten Abende, die auch in den folgenden Jahren 75, 76 und 77 zum festen Programm des Vereins gehörten, entwickelten sich ab 1981 die späteren Elferratssitzungen von denen nach 1981 bis heute noch weiter 11 folgten. Wer erinnert sich nicht an den Stammtisch, an „Lech Walesa“ und den entsprechenden Kommentaren von Franz Barthel in der Mainfrankenwelle des Bayerischen Rundfunks? Schwärmt nicht so mancher von den gekonnten Darbietungen des charmanten Mädchenballetts, das 1982 erstmals die Zuschauer begeisterte.

Im Frühjahr 1984 war dann die Geburtsstunde eines weiteren kulturellen Highlights. Vor einem von Lachsalven hin- und hergerissenen Publikum ging der Bauernschwank „Alois, wo warst Du heute Nacht? Über die Bühne. Weitere Theateraufführungen folgten in den Jahren 84, 87, 90 und 92 bevor sich die Theatergruppe von der DJK löste.

Doch halt, wir sind ja schon wieder der Zeit um Jahre vorausgeeilt, gehen wir zurück ins Jahr 1974! Zusammen mit der Freiwillig Feuerwehr kaufte der Sportverein eine Lautsprecheranlage.

In der Jahreshauptversammlung konnte der Vorsitzende Reinhold Dietz den Pfarrer von Poppenlauer, Herrn Winfried Heid, begrüßen. Nach Pfarrer Robert Braum (gestorben 1972) und Pfarrer Anton Rauch, der aus gesundheitlichen Gründen  die Pfarrei nur kurze Zeit betreute, übernahm Pfarrer Heid bis zu seiner Versetzung (1982) nach Urspringen / Marktheitenfeld die Aufgaben des geistlichen Beirates, die nun seit 1983 unser jetziger Pfarrer Herr Manfred Finger, weiterführt.

1975 feierte die DJK Weichtungen ihr 10jähriges Vereins-Jubiläum. „Mutige Männer“ und „Fußbälle“ fielen diesmal nicht vom Himmel, dafür aber große und kräftige Tropfen eines „zünftigen Gewitterregens, gegen die auch der Schirmherr des Festes, Dr. Heinz Kupfer aus Maßbach, machtlos war.

Wie sich in der Vereinsgeschichte noch wiederholt zeigen wird, ist die Bereitschaft im Verein Führungsverantwortung zu übernehmen, keine Selbstverständlichkeit. Der 1. Vorsitzende Reinhold Dietz stellte sich nach 9 Jahren Vereinsführung nicht mehr zur Wahl. Nach langem Bitten und vielen Diskussionen konnte dann doch eine neue Vorstandschaft gewählt werden. Neuer Vorstand wurde Willibald Eußner.

Am 25.07.1976 wurde zum ersten Male ein Wanderpokal-Turnier ausgetragen. Bitte verzeihen sie, wenn hier nicht alle Pokal-, Wanderpokal- und Jugendpokal-Turniere in chronologischer Reihenfolge aufgeführt werden. Dagegen soll an von der DJK im Jahre 1977 ins Leben gerufene Aufstellen des Maibaumes, oder an die traditionelle Kreuzbergwanderung bei der bis 1988 keine Frauen teilnehmen durften, oder an die gemütlichen Stunden „douwe de Lützet“ beim Johannisfeuer, und nicht zuletzt an das jährliche Schafkopfturnier welches zwischenzeitlich auch  mit „Schafkopfrennen“  bezeichnet wurde, erinnert werden.

Bereits 1977 zeigte sich die fehlende Bereitschaft im Verein Verantwortung zu übernehmen erneut. Obwohl der 1. Vorstand sich nochmals breit schlagen ließ für weitere 2 Jahre die Vereinsführung zu übernehmen kam keine komplette Vorstandschaft zusammen. Erst im zweiten Anlauf bei einer so genannten Ergänzungswahl formierte sich eine neue Vorstandschaft. Neuer Vorstand wurde nun Elmar Fleischmann der wiederum nach 2 Jahren abtrat. Ihm folgte Josef Herbert für die Jahre 1980 und 81.

1980 wollten die „Fußballstrategen“ der DJK ihr Glück im DFB- Vereinspokal versuchen; doch das Los bescherte mit dem A- Klassenvertreter  Bad Königshofen eine harte Nuss, die nicht zu knacken war. Mit 0:3 schied man gleich in der ersten Runde aus.

Zum ersten  Mal erfährt der Leser des Protokollbuches 1981, das der Bau eines Sportheimes geplant ist. Wegen der schlechten Aussicht auf eine Förderung, einigte man sich Fertigteile für die Errichtung einer WC- Anlage zu kaufen. Die Teile sollten in Eigenleistung beim Haus der Begegnung am Ellertshäuser See abgebrochen und für DM 1.000.- erworben werden. Wie entschieden, wurden die Fertigteile Rückmontiert, jedoch niemals wieder in Weichtungen aufgebaut. Der Sportheimbau zieht sich nun wie der berühmte rote Faden durch die Protokolle der zahlreichen Vorstandssitzungen und Versammlungen. Nach so mancher Debatte und Diskussion taucht im Juni 1982 folgender Eintrag im Protokollbuch auf: „….Heute am 11.06.1982 wurde die Baugrube ausgehoben.“ Der Vermerk, nur 15 Tage später: …Nach einer Bauzeit von nur 16 Tagen wurde bereits das Sportheim aufgerichtet und eingedeckt“ …. „feierten alle Helfer am Abend ein zünftiges Richtfest.“

In der Kasse herrscht bereits nach der Rohbauerstellung eine „mittelprächtige Ebbe“, wie sich jeder leicht vorstellen kann.  Durch eine Haussammlung (04.04.1983), die eine ansehnliche Summe von DM 3.000.- einbrachte, und durch eine Kreditaufnahme über DM 15.000.- (1984) konnte die Fertigstellung dennoch realisiert werden.

Bevor wir mit den Ereignissen im Jahr 1984 fortfahren, gehen wir nochmals zu einem kurzen Rückblick ins Jahr 1981/1982. Nach einem ständigen Wechsel im 2jährigen Rhythmus formierte sich bei den Neuwahlen am 12.12.1981  eine Vorstandschaft, welche über 12 Jahre unter der Führung von Herrn Manfred Denner die Geschicke des Vereins lenkte.

Doch nun weiter im Jahre anno 1984. Das Jahr 1984 hatte wie bereits angesprochen einen Höhepunkt mit dem Theaterstück, „ Alois wo warst Du heut Nacht?“. Neben der erstmaligen Theateraufführung gab es mit dem VG-Jugendpokalturnier,  den heiteren Spielen und einer Weichtunger Grenzbegehung noch weitere Highlights die zum 1. Mal abgehalten wurden.

Das Jahr 1985, das Jubiläumsjahr!

„20 Jahre DJK Weichtungen mit Sportheimeinweihung“, so lautet der Eintrag im Protokollbuch. 

Vom 12. bis einschließlich 15. Juli 1985 stand nach der Sportplatzeinweihung 1968 und dem 10jährigen Vereinsjubiläum 1975 das dritte große Fest in der Geschichte des Vereins auf dem Programm. Die Schirmherrschaft übernahm der amtierende 1. Bürgermeister Erhard Klement, der auch am Freitag, den 12. Juli das Fest eröffnete. Am Samstag gab es mit dem VG Pokalturnier den sportlichen Höhepunkt. Am Abend spielte die Kapelle Struwwelpeter, dessen Bekanntheitsgrad sich inzwischen über den gesamten bayerischen Raum erstreckte. Ein weiteres Highlight war natürlich am Sonntag die Segnung des neuen Sportheims durch den Ortspfarrer und Geistlichen Beirat, Herrn Pfarrer Manfred Finger. Wie bereits bei der Sportplatzeinweihung im Jahre 1968 konnten alle Besucher ein Fallschirmspringen verfolgen. In luftiger Höhe stiegen drei Fallschirmspringer vom Aero-Club Schweinfurt aus ihrem Flugzeug und sorgten mit Schausprüngen für spannende Unterhaltung.

Das Jahr 1985 schloß mit den Neuwahlen der Vorstandschaft. Einzige Änderung in der Führung war die Besetzung des 2. Vorstandes. Auf Edgar Kneuer folgte Wolfgang Denner.

Das Jahr 1986 lief mit zwei Elferratssitzungen an. Es folgten die üblichen Jahresveranstaltungen wie Schafkopfrennen, Aufstellen des Maibaumes, Kreuzbergwanderung, Wanderpokalturnier und Seniorennachmittag.

Glaubten doch alle die Vorstandschaft um Manfred Denner dauert auf ewig. Doch in der Jahreshauptversammlung am 07.11. 1987 herrschte plötzlich große Ratlosigkeit als der 1. Vorstand erklärte, dass er für keine weitere Wahl mehr zur Verfügung steht. Da trotz langer Diskussion sich keine Lösung abzeichnete wurde die Versammlung ohne Ergebnis geschlossen. Bis es zu einer neuen kompletten Vorstandschaft kam, welche in den Führungspositionen, sprich 1. und 2. Vorstand mit Schriftführer und Kassier, wiederum aus der bisherigen Vorstandschaft bestand, bedurfte es noch weiterer zwei außerordentliche Mitgliederversammlungen. Am 16.01.1988 war dann der Verein, Gott sei es gedankt, wieder unter ordentlicher Führung.

Liest man aufmerksam die Protokolle so ist die Geburtsstunde der Korballmannschaft im Jahr 1988 zu finden. Um auch den Mädchen im Verein eine Sportmöglichkeit zu bieten wurde am 25.02.1988 von der damaligen Frauenwartin Roswitha Gessner der Vorschlag eine Korballmannschaft zu Gründen an die Vorstandschaft heran getragen und bereits am 30.11.1988 offiziell ins Leben gerufen. Für den Verein eine wahrlich weise Entscheidung wie sich in den Folgejahren noch zeigen wird. In der Hallenrunde 89/90 holte die Mädchenmannschaft bereits (ungeschlagen) den ersten Meistertitel.

Wir sind nun im 25. Jahr der Vereinsgründung. Das Jahr 1990 steht unter einem guten Stern. Die Korballmädchen Meister, weitere 3 Theateraufführungen mit dem Stück, „Besuch in der Laurenzinacht“, und das Vereinsjubiläum.

Nach dem 25jährigen Gründungsfest welches die Weichtunger vom 29. Juni bis einschließlich 02. Juli 1990 gebührend feierten, war die Lokalpresse voll des Lobes.

„Obwohl noch jung an Jahren hat sich die DJK Weichtungen zu einem der wichtigsten Träger des öffentlichen Lebens in Weichtungen entwickelt. Neben dem Fußball, sind kulturelle Veranstaltungen wie Theaterspielen und Faschingssitzungen feste Bestandteile der Vereinsaktivitäten. Paradeabteilung sei die neu gegründete Mädchen-Korballabteilung, welche bereits eine Meisterschaft errungen habe. Mit 135 Mitgliedern sei die DJK größter Dorfverein. Schirmherr Paul-Otto Greber, ein alter Freund des Vereins und Jagdpächter in Weichtungen wünschte dem Verein weiterhin ein gutes Gelingen. Das Gründungsfest wurde mit Blasmusik im Festzelt, einem Gottesdienst und dem VG-Pokalturnier gefeiert. Ein Festzug mit 24 Gruppen war ein weiterer Höhepunkt. Am Montag klang das Fest mit einem Kesselfleischessen aus.“

Der Verein war nun am Höhepunkt seiner Vereinsgeschichte. Das Angebot an sportlichen und kulturellen Möglichkeiten gab es wie bisher noch nie. Ballspiele für alle Altersklassen, kulturelle Veranstaltungen von Theateraufführungen über Elferratssitzungen bis hin zum Altennachmittag in der Adventszeit. Nicht zu vergessen die Frauengymnastik und Kreuzbergwanderung, sowie das alljährige Schafkopfturnier und das Johannisfeuer.

Um diese Niveau zu halten bedurfte es immer neuer Anstrengungen. Wie heißt es doch so treffend, „ohne Fleiß kein Preis“. Es war nun an der Zeit die marode Gerätehalle, welche bei größeren Festlichkeiten auch als Verkaufsstand genutzt wurde zu ersetzen. Erstmals am 21.02.1992 stellte die Vorstandschaft diese Idee seinen Mitgliedern in einer außerordentlichen Versammlung vor. Die Idee war geboren, die Geburt jedoch umso schwerer. Nach weiteren 30 Monaten, um genau zu sein, am 16.08.1994 wurde die Baugrube für die Gerätehalle mit Verkaufsraum und Küche ausgehoben. 

Doch nun eilen wir der Zeit ein weiteres Mal voraus. Wie könnte es anders sein! Das Jahr 1993 war das Jahr weiterer Neuwahlen. Und wie bereits vor vier Jahren gab der 1. Vorstand, Manfred Denner, seinen Rücktritt bekannt. Und dieses Mal war es wohl unumstößlich. Trotz intensiver Bemühungen der Herren vom Wahlausschuss konnte kein neuer Vorstand gefunden werden. Und nun wurde es Ernst. Nachdem es auch in der 2. außerordentlichen Mitgliederversammlung zu keinem Ergebnis kam, erklärte Herr Manfred Denner in der 3. Wahlversammlung, dass er ab sofort nicht mehr bereit sei die Amtsgeschäfte weiter zu führen. Nun musste eine Person gefunden werden welche bis zur 4. Wahlversammlung die Amtsgeschäfte führte. Eine Alternative wäre der Schritt zum Amtsgericht deren Folgen hier nicht weiter erläutert werden müssen. Diese Person fand man dann letztlich jedoch im bisherigen 2. Vorstand Herrn Albrecht Lenhart, unterstützend zur Seite stellten sich der bisherige Schriftführer Herr Edgar Heim und der bisherige Kassier Konrad Schmitt. In der 4. Wahlveranstaltung am 19.02.1994 konnte der sich anbahnende Vereinsgau dann in letzter Minute doch noch abgewendet werden. Der Verein konnte unter der Führung von:

Herrn Albrecht Lenhart als 1. Vorstand

Herrn Peter Denner als 2. Vorstand und dem bisherigen Schriftführer Herrn Edgar Heim und bisherigen Kassier Herrn Konrad Schmitt weitergeführt werden. Erstmalig in der Vereins Geschichte gab es mit Herrn Hugo Eußner einen gleichberechtigten 2. Vorstand. Dieser wird jedoch nicht ins Vereinsregister am Amtsgericht eingetragen, da hierzu erst eine Satzungsänderung vorgenommen werden muss.

An dieser Stelle ist festzuhalten, der 19. Februar 1994 kann als die zweite Geburtsstunde oder die erneute Gründung des Vereins bezeichnet werden.

Im Herbst 1966 nahm unsere Fußballmannschaft in der C-Klasse erstmalig den Spielbetrieb auf. Es begann eine lange Leidenszeit, auch für die Zuschauer. Man spricht von den treuesten Zuschauern der Republik und in dieser Zeit dürfte auch der legendäre Spruch: „Heut hätte mer gewunne, wenn mer net verlörn hätte“, stammen.

31 Jahre nach der Vereinsgründung bzw. 30 Jahre nach dem Start in der C- Klasse war es so weit! Am 02. Juni 1996 war die Meisterschaft und der Aufstieg in die B-Klasse besiegelt.

Auf den Aufstieg folgte leider der sofortige Abstieg 1997 jedoch dann wieder der erneute Aufstieg 1998 in die neu benannte Kreisklasse (ehemalige B-Klasse). Doch bevor wir uns noch weiter in Fußballdetails verlieren nochmals kurz zurück.

1995 war die Fertigstellung des Nebengebäudes mit nun modernen Verkaufsräumen und der lange ersehnten Unterbringung der vereinseigenen Geräte. Ganz nebenbei erwähnt, es war auch wieder das Jahr der Wahlen. Und wie hätte es anders sein können, erst im 2. Anlauf kam eine neue Vorstandschaft zu Stande. Es begannen die ersten vier Jahre unter dem neuen Vorstand Peter Denner, dem der Verein aus anderen Funktionen jedoch längstens bekannt war.

Um das Jahr 1996 abzuschließen, neben dem erstmaligen Aufstieg unserer Fußballmannschaft, sei festzuhalten, gab es zwei weitere Meisterschaften im Korbball.

Auch wenn in den Niederschriften der Jahre 97, 98 und 99 noch so manch Interessantes zu lesen steht sei hier nur das Allerwichtigste erwähnt.

Der Erfolg unserer 1987 gegründeten Korballabteilung ist in der Person des Trainers, Herrn Detlev Kraus zu finden. Herr Kraus aus Schweinfurt ist für seine Korbballkompetenz weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Nach nunmehr 11jähriger Tätigkeit wird er seinen Vertrag als Trainer über 1998 hinaus nicht mehr verlängern. Die Trainingsarbeit werden sich die Spartenleiterin und die Mannschaftsbetreuerinnen teilen.

"Verstärkung für das Mittelfeld ….." so war in der Lokalpresse im Oktober 1998 zu lesen erhielt die 1. Mannschaft der DJK Weichtungen. Der 30jährige Diplombiologe und Pharmaberater wohnt in Maßbach und spielte vorher in höherklassigen Vereinen wie TSV Maßbach und VfL Bad Neustadt. Außerdem ist Matthias Klement (heutiger 1. Bürgermeister der Großgemeinde Maßbach) das 200. Mitglied bei der 1965 gegründeten DJK.   

Trotz des immer wieder kehrenden Problems, bei den alle zwei Jahre stattfindenden Neuwahlen, herrscht im Verein eine ständige Aufbruch Stimmung. Kaum war das Nebengebäude fertiggestellt, die Fußballer zum ersten Mal Meister die Korbball-Abteilung weiter im Höhenflug, entschieden sich die Mitglieder auf Vorschlag des Vorstandes, in der Jahreshauptversammlung am 23.01.1999 für den Bau eines 2. Sportplatzes. Im Jahr 2001 wurde das Projekt abgeschlossen und der Ausweichplatz in Betrieb genommen.

Die Jahre 2000 bis einschl. 2003 verantwortete als 1. Vorstand Herr Markus Dietz. Neben den alljährigen Routineveranstaltungen startete die neue Vorstandschaft nach einer längeren Pause 2002 mit zwei Elferratssitzungen ins neue Jahr. Das Jahr 2003 stand unter  einen weniger guten Stern. Die Fußballmannschaft stieg wieder aus der Kreisklasse ab. Der 1. Vorstand Herr Markus Dietz war nicht mehr bereit für weitere 2 Jahre den Verein zu führen. Es begann wiederum eine Art Depression im Verein. Nach einem dritten Anlauf war um Peter Denner, der den Verein bereits von 1996 bis einschl. 1999 führte,  die Vorstandschaft komplett. Die zweite Amtszeit sollte dann wiederum 4 Jahre andauern.  Und unter seiner Führung standen dann auch gleich zu Beginn die Vorbereitungen zum 40jährigen Vereinsjubiläum.

40 Jahre jung an Jahren. Wahrlich ein Grund zum Feiern. Und so war es dann auch. 4 Tage, vom 1. bis einschl. 04. Juli 2005 feierte die DJK mit einem abwechslungsreichen Programm, vom Fußball bis zur Livemusik über einen Gottesdienst im Festzelt bis zum Seniorennachmittag und einem Kesselfleischessen zum Ausklang.

Erhöht man die Flughöhe etwas, so fällt dem Betrachter beim Lesen der Protokolle auf, dass  im Jahr 2007 durch dem Verein ein Ruck geht. Oder anders formuliert, die Nachfolgegeneration geht in die Verantwortung. In der Lokalpresse war dies wie folgt überschrieben.

„Neue Führungsspitze bei der DJK“ …. „ In Weichtungen löst Jochen Markert den bisherigen Vorsitzenden Peter Denner ab.“

Eine neue Führung in Harmonie mit den „Alten“. Gelebt und unterstützt, denn den „Neuen“ standen als Beisitzer und Berater keine geringeren wie Peter Denner, Hugo Eußner, Manfred Denner und Albrecht Lenhart zur Seite.

Das Jahr 2008 hatte mit der Elferratssitzung ihren Höhepunkt. Unter dem Motto „Die ganze Welt zu Gast in der Weichtunger Fastnacht“, bot man dem Publikum ein mehrstündiges Faschingsprogramm mit vielen Höhepunkten. In der Presse war zu lesen, eine Sitzung die keine Vergleiche mit großen Veranstaltungen der Faschings-Hochburgen zu scheuen braucht. Die Begeisterung motivierte alle Mitwirkenden nachhaltig. 2010 folgten zwei weitere Sitzungen.

Das Jahr 2008 brachte jedoch auch weniger erfreuliche Erkenntnisse. In der Sparte Korbball beginnt es zu bröckeln. Die Spieledecke ist aktuell so dünn, dass nur noch eine Jugend- und eine Frauenmannschaft für Punktspiele gemeldet wurden. Ist dies der Anfang vom Ende einer so erfolgreichen Sparte? Tatsächlich nahm ab 2010 keine Mannschaft mehr an Punktspielen teil.

2010, 45 Jahre nach der Vereinsgründung ernannte der Verein zum ersten Mal mit Reinhold Dietz ein Ehrenmitglied. Reinhold Dietz hatte den Verein vor 45 Jahren mit aus der Taufe gehoben und als Vorstand 9 Jahre den Verein geführt.

Der Verein hatte im Jahr 45 nach seiner Gründung 193 Mitglieder, seit September „online“ erreichbar, eine neugegründete Damen-Fußballmannschaft und ein in die Jahre gekommenes Vereinsheim. Das sollte sich jedoch ändern. Nach einer einjährigen Planungszeit beschlossen die Mitglieder in der Jahreshauptversammlung am 12.11.2011 den geplanten Sportheimumbau.

Nicht zu vergessen sei an dieser Stelle  die Meisterschaft 2011 unserer Fußballer, welche am Ende der Saison souverän mit 65 Punkte, 9 Punkte vor dem 2., TSV Pfändhausen und insgesamt nur 3 Niederlagen den Aufstieg in die Kreisklasse erreichten.

Die Neuwahlen 2013 liefen zwar mit Veränderungen in den Positionen nach den 1. Vorstand, jedoch ohne Probleme. Erster Vorstand bleibt Jochen Markert. Ihm zur Seite steht Markus Dietz als 2. Vorstand. Neuer Schriftführer ist Gotthard Denner, Kassier bleibt Frank Eußner.

Mit dieser Vorstandschaft geht es nun in das Vereinsjahr 49 und 50 nach der Gründung im Jahre 1965. Wir schreiben das Jahr 2014. Der Grundstein für die Generalsanierung mit Erweiterung des Sportheimes wurde gelegt.

 In einer 1. Pressemeldung steht zu lesen. „Die DJK Weichtungen rüstet ihr Sportheim für die Zukunft. Ein Termin für die Einweihung steht auch schon fest. Im nächsten Jahr zum 50. Gründungsfest der DJK soll die Einweihung sein.“

Am 26.10.2014 konnte dann bereits Richtfest gefeiert werden. Zum Jahresende lag man voll im Zeitplan. Der Altbau wurde wegen defekter Dachplatten entgegen der ursprünglichen Planung, auch neu mit eingedeckt. Die neue Heizung und die neuen Fenster wurden eingebaut, das Fliesen der Dusch- und Umkleideräume begonnen.

Da nun die Vereinskasse leer ist, die Arbeiten jedoch noch lange nicht abgeschlossen sind und die Zuschüsse weiter auf sich warten lassen, bedarf es einer Kreditaufnahme. Am 21.12.2014 stimmten in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die 29 anwesenden Mitglieder für eine Kreditaufnahme in Höhe von € 50.000,00.  Doch bevor wir das Jahr 2014 abschließen und ins Jubiläumsjahr übergehen noch einige Anmerkung.

So ganz nebenbei und fast unauffällig bietet die DJK seit 1992 die Möglichkeit zum Erwerb des Sportabzeichens. In diesem Jahr 2014 wurden 32 Prüfungen erfolgreich abgelegt. Damit erreichte die DJK im Landkreis Bad Kissingen zum widerholten Male den 2. Platz unter allen Vereinen bis 500 Mitgliedern. Als Anerkennung hierfür konnte Manfred Denner eine Urkunde im Landratsamt in Empfang nehmen. Unterstützung erhält Manfred Denner seit vielen Jahren von seiner Tochter Christina.

 „50 Jahre DJK Weichtungen mit Sportheimeinweihung“ so lautet einer der letzten Einträge des Protokollbuches. Und viele Einträge werden sicher noch folgen.

Ein herzliches Dankeschön geht an den Ersteller dieser Chronik Herrn Edgar Heim.

 

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